International mobile wissenschaftliche Autor/innen weltweit seit 2012

In den letzten Jahren haben verschiedene einschneidende globale Ereignisse – sogenannte exogene Schocks – die internationalen Rahmenbedingungen verändert – mit möglichen Folgen für die grenzüberschreitende Mobilität von Wissenschaftler/innen. Solche Entwicklungen können neue Hürden schaffen, aber auch neue Anreize für Wissenschaftler/innen setzen, um ins Ausland zu gehen. Eini besonders prägendes Ereignis war beispielsweise die Corona-Pandemie. Es stellt sich die Frage, wie sich dieses einschneidende Ereignis auf die internationale Mobilität von Wissenschaftler/innen ausgewirkt haben könnte.
Zwischen 2012 und 2019 stieg die Zahl der wissenschaftlicher Autor/innen, die in ein anderes Land wechselten, von etwa 93.000 auf fast 126.000. Im Jahr 2020, dem ersten Jahr der Pandemie, kam es zu einem Bruch dieses Trends: Die Zahl international mobiler Wissenschaftler/innen stieg nur noch leicht auf rund 128.000. Im Jahr 2021 kam es erstmals im gesamten Beobachtungszeitraum zu einem Rückgang: Die Zahl der international mobilen wissenschaftlichen Autor/innen sank auf etwa 126.500. Im Jahr 2022 setzte sich der Aufwärtstrend wieder fort: Die Zahl international mobiler Wissenschaftler/innen stieg auf rund 133.000, den höchsten Wert im gesamten Betrachtungszeitraum.
Ohne die Auswirkungen der Pandemie vermutlich noch höher ausgefallen. Zur Schätzung der zu erwartenden Mobilität wurde ein linearer Trend auf die Werte der Jahre 2014 bis 2019 angewendet und für den Zeitraum 2020 bis 2022 extrapoliert, unter der Annahme, dass es keine Pandemie gegeben hätte und sich der bisherige Trend unverändert fortgesetzt hätte. Die Berechnungen zeigen, dass es im Jahr 2022 ohne die Pandemie mehr als 140.300 mobile wissenschaftliche Autor/innen hätte geben können.