Abschlussbezogene und temporäre studienbezogene Auslandsmobilität deutscher bzw. inländischer Studierender in Deutschland seit 1991

Im Jahr 2022 hat das Statistische Bundesamt rund 138.800 deutsche Studierende im Ausland erfasst, seit 2016 (rund 141.200) ist diese Zahl somit um gut 2% zurückgegangen. Seit 1991 hat sich die Zahl der deutschen Auslandsstudierenden jedoch vervierfacht, seit 2000 mehr als verdoppelt. Bei diesen Studierenden handelt es sich überwiegend, aber nicht ausschließlich um Studierende, die einen Abschluss im Ausland anstreben.
Beim Blick auf die Entwicklung der Zahlen deutscher Auslandsstudierender wird deutlich, dass im Zeitraum zwischen 2002 und 2010, also während der Einführung des neuen, gestuften Studiensystems, überdurchschnittliche Zuwachsraten von 10% und mehr pro Jahr erreicht wurden. In diesem Zeitraum stieg der Anteil der Auslandsstudierenden an allen deutschen Studierenden von 3,3% auf 5,6%. Dies spricht dafür, dass die durch das neue Studiensystem eröffnete Option, im Anschluss an ein Bachelorstudium im Inland mit einem Masterstudium im Ausland fortzufahren, von vielen Studierenden genutzt wurde. Seitdem die Einführung der neuen Abschlussarten aber vollendet ist, stieg die absolute Zahl der deutschen Auslandsstudierenden jedoch nicht weiter an. Ihr Anteil an allen deutschen Studierenden ist – auch aufgrund der bis 2015 weiter steigenden Studierendenzahl im Inland – sogar leicht gesunken, auf 5,2% im Jahr 2022.
Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich auch bei den temporären studienbezogenen Auslandsaufenthalten inländischer Studierender in Deutschland. Zwischen 1991 und 2000 stieg der Anteil der Studierenden in höheren Semestern mit temporären Auslandsaufenthalten stark an (von 20% auf 32%) und stabilisierte sich danach bis 2006 auf diesem Niveau. Seitdem ist allerdings ein kontinuierlicher Rückgang zu beobachten, auf 19% bei der bislang letzten Erhebung im Jahr 2021. Anders als bei der abschlussbezogenen Auslandsmobilität war die Einführung des zweigliedrigen Studiensystems mit Bachelor- und Masterstudiengängen also nicht mit einem Anstieg der temporären studienbezogenen Auslandsmobilität verbunden. Stattdessen kam es in diesem Zeitraum sogar zu einem Rückgang der temporären Auslandsmobilität, der sich auch nach dem Abschluss der Bachelor/Master-Einführung weiter fortsetzte.