Wie lange muss man bei einer deutschen Auslandsvertretung auf einen Termin für die Beantragung eines Visums warten? Wie groß fallen dabei die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern aus, in denen das Visum beantragt werden soll? Und wie lassen sich diese Unterschiede erklären? Mit diesen Fragen befasst sich die aktuelle Analyse einer Forschungsgruppe um Emanuel Deutschmann, Juniorprofessor für soziologische Theorie an der Europa-Universität Flensburg und Associate am Migration Policy Centre des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz. Im Interview erläutert er, was der Anlass für die Fragestellung der Untersuchung war, wie das Forschungsteam dabei methodisch vorgegangen ist, welches aus seiner Sicht die wichtigsten Befunde der Analyse sind und ob sich diese Befunde auch auf andere Länder übertragen lassen.
Maia Chankseliani ist Professorin für Vergleichende und Internationale Bildungswissenschaft an der Universität Oxford und hat sich auf die Rolle der Hochschulbildung in der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklung spezialisiert. Im vergangenen Jahr schloss sie ein dreijähriges Forschungsprojekt mit dem Titel ‘International mobility and world development’ ab, für das sie und ihre Kollegen über 700 Interviews in 70 Ländern führten und verschiedene systemische Auswirkungen der internationalen akademischen Mobilität untersuchten. Im Interview erklärt sie, welche Mechanismen dafür verantwortlich sind, dass internationale akademische Mobilität Armut reduzieren und Demokratie fördern kann, und welche praktischen Schlussfolgerungen für Politik und Wissenschaft daraus gezogen werden können, insbesondere in Zeiten zunehmender globaler Abschottung gegen Zuwanderung.
Vor genau einem Jahr wurde Donald Trump zum zweiten Mal als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ins Amt eingeschworen. Welche Auswirkungen hat die Politik seiner Regierung seitdem auf die Hochschul- und Wissenschaftssystem der USA gehabt? Sind die Vorwürfe, Hochschule wie die Harvard University gingen nicht ausreichend gegen antisemitische Aktivitäten auf ihrem Campus vor, gerechtfertigt? Und wie wirkt sich die zweite Amtszeit Donald Trumps ganz konkret auf die Arbeit von internationalen Forschenden an Hochschulen in den USA aus? Diese Fragen haben wir mit dem deutschen Harvard-Forscher Mathias Risse besprochen, Professor für Menschenrechte und Philosophie sowie Direktor des Carr-Ryan-Zentrums für Menschenrechte an der Harvard University.
Dr. Isabelle Schiffer-Fiedler ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) und dort Teil des Teams der National Academics Panel Study (Nacaps). Gemeinsam mit ihrer DZHW-Kollegin Marie Lena Muschik hat sie einen Schlaglicht-Beitrag zur diesjährigen Hauptausgabe von "Wissenschaft weltoffen" verfasst, in dem die Mobilitäts- und Karrierepläne von internationalen Promovierenden in Deutschland analysiert werden. Im Interview erläutert sie, wie sie dabei genau vorgegangen sind, welches aus ihrer Sicht die wichtigsten und überraschendsten Befunde der Analyse waren und welche praktischen Schlussfolgerungen sich hieraus für die Hochschulen und die Hochschulpolitik in Deutschland ableiten lassen.
Heute wurde die 25. Hauptausgabe von Wissenschaft weltoffen veröffentlicht. Seit Ende 2024 wird die vom DAAD und dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) gemeinsam herausgegebenen Publikation auf Seiten des DZHW von Dr. Nicolai Netz betreut. Im Interview spricht er über seine wichtigsten Learnings seit dem Einstieg bei Wissenschaft weltoffen, die zentralen Stärken des Projekts aus Sicht seiner Zielgruppen und die wichtigsten Befunde und Neuerungen, die mit der der Veröffentlichung der diesjährigen Hauptausgabe verbunden sind.
Das Praxisprogramm „Fishing for Experience“, das im Career Center der Technischen Universität Hamburg (TUHH) angesiedelt ist, bringt Studierende mit attraktiven Unternehmen der Metropolregion Hamburg zusammen. Dazu zählen namhafte Konzerne, mittelständische „Hidden Champions“ und kreative Start-ups. Doch was macht das Praxisprogramm so spannend für beide Seiten und welche Ziele werden dabei verfolgt? In dem Interview berichten die Projektkoordinatorinnen Frauke Kasting und Katrin Fimpel von der TUHH über den Ablauf des Programms und geben Einblicke in laufende Projekte.
Die neue DAAD-Studie „Internationalisation in the Digital Transformation“ vereint die Analysen zweier Forschungsprojekte: das vom Auswärtigen Amt finanzierte Projekt „Internationalisierung in der digitalen Transformation: Strategien der deutschen Hochschulen“ (INDISTRA) und die Daten der sechsten globalen Befragung der International Association of Universities (IAU). Sie untersucht Strategien,…
Im Wintersemester 2023/24 hat der DAAD zum zweiten Mal eine Studierendenbefragung im Rahmen des Projekts "Benchmark internationale Hochschule" (BintHo) durchgeführt, das aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert wird. Die Befragung fand an 132 Hochschulen in allen 16 Bundesländern statt, insgesamt nahmen rund 116.000 Studierende daran teil, darunter etwa 95.000 inländische und 21.000 internationale Studierende. Die erste BintHo-Befragung hatte im Wintersemester 2020/21 stattgefunden. Im Interview berichtet Projektleiter Dr. Jan Kercher von zentralen Befunden der Befragung.
Internationale Studierende in Deutschland blicken zu großen Teilen optimistisch auf ihre berufliche Zukunft. Der DAAD hat dazu mehr als 20.000 von ihnen an über 130 deutschen Hochschulen befragt. Zwei Drittel planen, nach dem Studium in Deutschland zu bleiben –in den Fachrichtungen Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwesen und Informatik…
Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Auftrag gegeben wurde, untersucht erstmalig umfassend den wirtschaftlichen Einfluss internationaler Studierender von Studienbeginn bis zur Rente. Es zeigt sich, dass die rund 80.000 internationalen Studierenden, die ihr Studium mit Abschlussabsicht 2022 begonnen haben, im Laufe ihres Lebens knapp 15,5 Milliarden Euro mehr an Steuern und Abgaben zahlen, als sie Leistungen vom deutschen Staat erhalten. Laut der IW-Studie rentieren sich Investitionen in internationale Studierende für Deutschland schon nach wenigen Jahren: Bleiben 40 Prozent eines Jahrgangs nach dem Studium im Land, decken ihre Steuern und Abgaben bereits drei Jahre nach Studienende die hochschulischen Ausbildungskosten. Im Interview erläutert Studienautor Herr Dr. Wido Geis-Thöne wie die Befunde in die bisherige nationale und internationale Forschung zu diesem Thema einzuordnen sind, sowie welchen Beitrag Politik, Hochschulen und Unternehmen leisten können, um internationale Studierende besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren und als Fachkräfte in Deutschland zu halten.