Dr. Marina Rudyak ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Ostasienwissenschaften der Universität Heidelberg und Mitbegründerin des "Decoding China"-Projekts, das untersucht, wie Kernbegriffe der internationalen Kooperation im offiziellen chinesischen Diskurs verstanden und eingesetzt werden. 2025 veröffentlichte Sie das Buch „Dialog mit dem Drachen: Wie uns strategische Empathie gegenüber China stärken kann“. Im Interview mit uns erläutert Rudyak, warum strategische Empathie gegenüber China aus ihrer Sicht so wichtig für Deutschland ist, was aus Ihrer Sicht der größte Fehler Deutschlands in Bezug auf Chinas Wissenschafts- und Technologiepolitik war und welche Schlussfolgerungen sich auf der Grundlage Ihrer Analysen für die Hochschulpolitik und -praxis in Deutschland ergeben.
In welchem Zusammenhang stehen die internationale Mobilität von Studierenden und deren Umweltbewusstsein? Das ist die zentrale Frage einer aktuellen Studie von Giorgio Di Pietro, außerordentlicher Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Loyola-Universität in Sevilla. Im Interview erläutert Di Pietro, was ihn zu seiner Forschungsfrage veranlasst hat, beschreibt den methodischen Ansatz, mit dem er diese untersucht hat, skizziert die wichtigsten Ergebnisse seiner Analyse und erläutert Schlussfolgerungen und Empfehlungen, die sich für die Hochschulpolitik und -praxis ableiten lassen.
Dr. Jenny Nenoff ist Referentin im Referat „Nachhaltigkeit und Diversität“ (S13) des DAAD und dort u.a. für die fachliche und organisatorische Begleitung der DAAD-Diversitätsagenda zuständig. In diesem Rahmen verantwortete sie auch die Erstellung eines Sonderberichts zur zweiten BintHo-Studierendenbefragung des DAAD im Wintersemester 2023/24, Titel: „Studierendenmobilität gestalten: Wie Diversitätsdimensionen und das Mobilitätsverhalten von Studierenden zusammenhängen“, die Anfang des Jahres veröffentlicht wurde. Im Interview mit uns erläutert sie den konkreten Anlass für die Sonderauswertung, deren wichtigste und überraschendste Befunde sowie die praktischen Schlussfolgerungen für Hochschulen, Hochschulpolitik und Förderorganisationen, die sich hieraus ableiten lassen.
In den letzten 15 Jahren haben sich die Zugangswege internationaler Studieninteressierter ohne direkte Hochschulzugangsberechtigung zum grundständigen Studium in Deutschland deutlich ausdifferenziert. In mehreren Bundesländern besteht inzwischen die Möglichkeit, eigene Zugangsverfahren umzusetzen. Ein vom DAAD mit Mitteln des BMFTR finanziertes Forschungsprojekt Forschungsprojekt des Instituts für Hochschulforschung (HoF) an der Universität Halle-Wittenberg nimmt diese wachsende Vielfalt nun in den Blick. Im Interview mit uns erläutert Projektleiterin Rocio Ramirez, wie sie und ihre Kollegin Christiane Arndt dabei methodisch vorgehen, wie hochschuleigene Zugangsverfahren für internationale Studierende in Deutschland und anderen wichtigen Gastländern geregelt sind und welche Chancen und Herausforderungen sich aus diesen Verfahren für deutsche Hochschulen ergeben.
Die neue Kompaktausgabe von Wissenschaft weltoffen wurde in diesem Jahr etwas später als gewohnt veröffentlicht, da Aufbau und Inhalt der Publikation von den verantwortlichen Projektpartnern, DAAD und DZHW, grundlegend überarbeitet wurden. Im Interview erläutert Naomi Knüttgen, eine der beiden Projektleitenden beim DAAD, welche Änderungen der Relaunch konkret umfasst, wie sich Haupt- und Kompaktausgabe von Wissenschaft weltoffen zueinander verhalten und welche Daten der neuen Kompaktausgabe aus ihrer Sicht besonders bemerkenswert sind.
Wie lassen sich die Trends und Herausforderungen im Zusammenhang mit internationalen Studierenden in wichtigen Aufnahmeländern wie Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden oder dem Vereinigten Königreich vergleichen? Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten gibt es bei den politischen Maßnahmen zur Förderung der Mobilität internationaler Studierender? Dies sind die Themen einer aktuellen OECD-Publikation, die von Matej Bílik, Politikanalyst im OECD-Team für Hochschulpolitik, verfasst wurde. In unserem Interview mit ihm sprechen wir über allgemeine Merkmale der sechs in der Analyse berücksichtigten Länder, wichtige Trends und Herausforderungen bei der Mobilität internationaler Studierender sowie wesentliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den nationalen politischen Maßnahmen zur Gewinnung internationaler Studierender.
Wie können Tools und Angebote zur digitalen Studienvorbereitung die Internationalisierung der Hochschulen unterstützen? Und welche Herausforderungen ergeben sich hierbei aus Sicht der Hochschulen? Mit diesen Fragen befasste sich eine Onlinebefragung des DAAD unter Hochschulmitarbeitenden, deren Befunde nun in der Publikationsreihe "DAAD Forschung kompakt" veröffentlicht wurden. Verfasst wurde die Publikation von Dr. Melanie Brück, Referentin und Teamleiterin im Digitalisierungsreferat des DAAD, die die Befragung auch betreut und ausgewertet hat. Im Interview mit uns erläutert sie den Anlass und die Methodik der Befragung, deren wichtigste Befunde sowie die Handlungsempfehlungen, die sich hieraus für Hochschulen ableiten lassen.
Wie lange muss man bei einer deutschen Auslandsvertretung auf einen Termin für die Beantragung eines Visums warten? Wie groß fallen dabei die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern aus, in denen das Visum beantragt werden soll? Und wie lassen sich diese Unterschiede erklären? Mit diesen Fragen befasst sich die aktuelle Analyse einer Forschungsgruppe um Emanuel Deutschmann, Juniorprofessor für soziologische Theorie an der Europa-Universität Flensburg und Associate am Migration Policy Centre des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz. Im Interview erläutert er, was der Anlass für die Fragestellung der Untersuchung war, wie das Forschungsteam dabei methodisch vorgegangen ist, welches aus seiner Sicht die wichtigsten Befunde der Analyse sind und ob sich diese Befunde auch auf andere Länder übertragen lassen.
Maia Chankseliani ist Professorin für Vergleichende und Internationale Bildungswissenschaft an der Universität Oxford und hat sich auf die Rolle der Hochschulbildung in der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklung spezialisiert. Im vergangenen Jahr schloss sie ein dreijähriges Forschungsprojekt mit dem Titel ‘International mobility and world development’ ab, für das sie und ihre Kollegen über 700 Interviews in 70 Ländern führten und verschiedene systemische Auswirkungen der internationalen akademischen Mobilität untersuchten. Im Interview erklärt sie, welche Mechanismen dafür verantwortlich sind, dass internationale akademische Mobilität Armut reduzieren und Demokratie fördern kann, und welche praktischen Schlussfolgerungen für Politik und Wissenschaft daraus gezogen werden können, insbesondere in Zeiten zunehmender globaler Abschottung gegen Zuwanderung.
Vor genau einem Jahr wurde Donald Trump zum zweiten Mal als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ins Amt eingeschworen. Welche Auswirkungen hat die Politik seiner Regierung seitdem auf die Hochschul- und Wissenschaftssystem der USA gehabt? Sind die Vorwürfe, Hochschule wie die Harvard University gingen nicht ausreichend gegen antisemitische Aktivitäten auf ihrem Campus vor, gerechtfertigt? Und wie wirkt sich die zweite Amtszeit Donald Trumps ganz konkret auf die Arbeit von internationalen Forschenden an Hochschulen in den USA aus? Diese Fragen haben wir mit dem deutschen Harvard-Forscher Mathias Risse besprochen, Professor für Menschenrechte und Philosophie sowie Direktor des Carr-Ryan-Zentrums für Menschenrechte an der Harvard University.