Wie lange muss man bei einer deutschen Auslandsvertretung auf einen Termin für die Beantragung eines Visums warten? Wie groß fallen dabei die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern aus, in denen das Visum beantragt werden soll? Und wie lassen sich diese Unterschiede erklären? Mit diesen Fragen befasst sich die aktuelle Analyse einer Forschungsgruppe um Emanuel Deutschmann, Juniorprofessor für soziologische Theorie an der Europa-Universität Flensburg und Associate am Migration Policy Centre des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz. Im Interview erläutert er, was der Anlass für die Fragestellung der Untersuchung war, wie das Forschungsteam dabei methodisch vorgegangen ist, welches aus seiner Sicht die wichtigsten Befunde der Analyse sind und ob sich diese Befunde auch auf andere Länder übertragen lassen.
Maia Chankseliani ist Professorin für Vergleichende und Internationale Bildungswissenschaft an der Universität Oxford und hat sich auf die Rolle der Hochschulbildung in der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklung spezialisiert. Im vergangenen Jahr schloss sie ein dreijähriges Forschungsprojekt mit dem Titel ‘International mobility and world development’ ab, für das sie und ihre Kollegen über 700 Interviews in 70 Ländern führten und verschiedene systemische Auswirkungen der internationalen akademischen Mobilität untersuchten. Im Interview erklärt sie, welche Mechanismen dafür verantwortlich sind, dass internationale akademische Mobilität Armut reduzieren und Demokratie fördern kann, und welche praktischen Schlussfolgerungen für Politik und Wissenschaft daraus gezogen werden können, insbesondere in Zeiten zunehmender globaler Abschottung gegen Zuwanderung.
Julia Wiethüchter ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Münster am Zentrum für Interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung. Vor Kurzem hat sie ihre Dissertation zum Thema "Epistemische Ungerechtigkeit in Nord-Süd Forschungskooperationen für nachhaltige Entwicklung" erfolgreich abgeschlossen. Im Interview erläutert sie den Begriff der epistemischen Gerechtigkeit und den Anlass, sich hiermit wissenschaftlich zu beschäftigen, die Forschungsfragen und Methodik ihrer Untersuchung sowie deren Befunde und mögliche Empfehlungen, die sich hieraus ergeben.
Dr. Tim Rottleb und Dr. Marc Schulze waren kürzlich in der DAAD-Wissenschaftswerkstatt zu Gast und präsentierten Forschungsergebnisse aus ihrer Studie „Germany’s international branch campuses: neoliberalising the Humboldtian university through the backdoor?“, die sie gemeinsam mit Prof. Dr. Jana M. Kleibert durchgeführt haben. In diesem Interview…
Dr. Torger Möller und Philippe Dittmann sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW). Gemeinsam haben sie eine Studie durchgeführt, die die Wirkung der DAAD-Graduiertenförderung anhand des Publikationen der (ehemaligen) DAAD-Geförderten untersucht. Im Interview erläutern sie, wie sie dabei methodisch vorgegangen sind, was aus ihrer Sicht die zentralen Befunde der Studie sind und welche praxisrelevanten Empfehlungen sich hieraus für den DAAD und andere Förderorganisationen ableiten lassen.
Dr. Sascha Krannich war kürzlich in der DAAD-Wissenschaftswerkstatt zu Gast und präsentierte Forschungsergebnisse aus seiner Studie „Should they stay or should they go? A case study on international students in Germany“. In diesem Interview erläutert Dr. Krannich die wesentlichen Erkenntnisse der Studie, in der festgestellt wurde, dass internationale Studierende aus dem Globalen Süden durch ihr Studium in Deutschland signifikante Entwicklungsbeiträge für ihre Herkunftsländer leisten können.
Johannes Haushofer ist Entwicklungsökonom und Professor für Wirtschaftswissenschaften an der National University of Singapore und an der Universität Stockholm. Eines seiner zentralen Forschungsinteressen ist die Verringerung von Armut im Globalen Süden. Gleichzeitig ist er aber auch als Praktiker in diesem Bereich aktiv: Im Jahr 2021 gründete er die Organisation Malengo, die Schulabsolventinnen und -absolventen aus Niedrigeinkommensländern ein Studium in Europa ermöglicht. Die Wirkung von deren Förderung wird von einem unabhängigen Forschungsteam wissenschaftlich untersucht. Im Interview erläutert Johannes Haushofer, wie er zur Untersuchung der Effekte von Bildungsmigration kam, wie das Malengo-Projekt genau funktioniert und welche Forschungsfragen bei der Untersuchung von dessen Wirkung im Vordergrund stehen.
Wie wirkt sich die DAAD-Förderung internationaler Promovierender auf deren Forschungs- und Publikationsverhalten aus? Dieser Frage ist eine vor Kurzem in der Publikationsreihe "DAAD Forschung kompakt" veröffentlichte Studie nachgegangen. Im Interview erläutern die drei Mitglieder des Forschungsteams, wie sie dabei genau vorgegangen sind, welche Befunde aus ihrer Sicht besonders bemerkenswert sind und welche Schlussfolgerungen sich hieraus für Forschung und Praxis ergeben.
„Internationale Studierendenmobilität ist global gesehen von großer Ungleichheit geprägt“, sagt Prof. Dr. Emanuel Deutschmann, Juniorprofessor für Soziologische Theorie an der Europa-Universität Flensburg und Associate am Migration Policy Centre des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz. Im Interview erläutert er zentrale Befunde seiner global vergleichende Analyse zu den Kosten von Studienvisa.